Das Sony Xperia 1 VIII ist Sonys Flagship für 2026 und bleibt seiner Nische treu wie kein zweites Gerät auf dem Markt. Klinkenanschluss, microSD-Slot, keine Punch-Hole-Notch und zwei vollwertige Front-Lautsprecher gibt es sonst nirgends mehr in dieser Kombination. Neu ist vor allem die Kamera: Sony verabschiedet sich vom mechanischen Continuous-Zoom des Vorgängers und setzt stattdessen auf ein fixes 70mm-Tele mit deutlich grösserem Sensor. Dazu kommen der neue Snapdragon 8 Elite Gen 5, ein überarbeitetes «ORE»-Design und ein AI Camera Assistant, der bereits vor dem Verkaufsstart für Diskussionen gesorgt hat. Angekündigt wurde das Gerät am 13. Mai 2026, der Launchpreis liegt in der Schweiz bei happigen 1499Fr.
Nachdem ich das Xperia 1 VI über Monate im Langzeittest hatte, war ich gespannt, ob Sony an den bekannten Schwachstellen (Ladegeschwindigkeit, Kratzanfälligkeit) endlich schraubt. Die kurze Antwort vorweg: teilweise. Die lange Antwort folgt in diesem Test.
Sony Xperia 1 VIII Spezifikationen
Komponente
Spezifikation
Gehäuse
162 x 74 x 8.3 mm, 200 g
Schutz
IP65/IP68, Gorilla Glass Victus 2 (Front), Gorilla Glass Victus (Back), Aluminium-Rahmen
Optisch ist das Xperia 1 VIII der grösste Bruch seit Jahren, zumindest von hinten betrachtet. Sony ersetzt die vertikale Linsenleiste, die seit dem Xperia 1 II das Gesicht der Reihe prägte, durch eine quadratische Kamerainsel, die bis an den linken Rand wandert. Grund dafür ist der deutlich grössere Tele-Sensor, der schlicht mehr Platz braucht. Von vorne bleibt hingegen alles beim Alten: symmetrische Ränder oben und unten, keine Punch-Hole, die Frontkamera sitzt weiterhin im oberen Bezel. Für alle, die die beiden Front-Lautsprecher schätzen, ist das eine gute Nachricht.
Das neue «ORE»-Design setzt auf strukturierte Oberflächen, die an Rohgestein erinnern sollen. Die vier Farben (Graphite Black, Iolite Silver, Garnet Red und Native Gold) sind nach Edelsteinen benannt, wobei Gold der 1TB-Variante vorbehalten bleibt. Der geriffelte Aluminium-Rahmen und die texturierte Rückseite versprechen wie schon beim Vorgänger sehr guten Grip. Mit 200 g ist das Gerät allerdings kein Leichtgewicht, es liegt spürbar über den 192 g des Xperia 1 VI. Bei 8.3 mm Bauhöhe ist das VIII zudem minimal dicker als der Vorgänger, was direkt auf den grösseren Tele-Sensor zurückgeht.
Front und Rückseite sind erneut durch Gorilla Glass Victus 2 respektive Gorilla Glass Victus geschützt, der Rahmen besteht aus Aluminium. Die Zertifizierung nach IP65/IP68 ist selbstverständlich mit an Bord. Erhalten bleiben zudem zwei Alleinstellungsmerkmale, die kaum ein anderes Flagship 2026 noch bietet: der dedizierte, zweistufige Auslöse-Button auf der rechten Seite und der 3.5mm-Klinkenanschluss auf der Oberseite.
Beim Xperia 1 VI hat mich die Katzenfälligkeit vom Rahmen gestört, ich musste damals dringend zu einer Hülle raten. Dies ist beim 1 VIII gefühlt besser.
Display
Beim Display bleibt Sony auf Nummer sicher und übernimmt das Panel des Vorgängers praktisch unverändert. Es handelt sich um ein 6.5″ LTPO OLED mit 1080 x 2340 Pixeln (FHD+), einem Seitenverhältnis von 19.5:9 und 396 ppi. Die Bildwiederholrate reicht dank LTPO variabel von 1 bis 120 Hz, was im Alltag Strom spart und bei statischen Inhalten auf 1 Hz heruntergeht. HDR wird im BT.2020-Farbraum unterstützt, wie man ihn sonst eher von Fernsehern kennt.
Eine höhere Auflösung als FHD+ gibt es also weiterhin nicht, und die 4K-Zeiten der älteren Xperia-Generationen sind endgültig Geschichte. In der Praxis ist das aus meiner Sicht verkraftbar, da die meisten Streaming-Apps unter Android ohnehin selten in voller Auflösung ausspielen. Was mir wichtiger ist, ist die Helligkeit im Aussenbereich. Sony wirbt mit Spitzenwerten von rund 2200 Nits in der Galerie-App. Das ist ein solider Wert für ein Flagship dieser Preisklasse.
Performance
Unter der Haube arbeitet der neue Snapdragon 8 Elite Gen 5 im 3-nm-Verfahren, kombiniert mit einer Adreno 840 GPU. Sony verspricht gegenüber dem Vorgänger rund 20 % mehr Rechenleistung.
Beim Speicher hat man die Wahl zwischen 256GB/12GB, 512GB/12GB und 1TB/16GB RAM. Sony bleibt zudem seiner Linie treu und verbaut weiterhin einen microSDXC-Slot, der sich mit einem der SIM-Plätze teilt. Zusammen mit dem Klinkenanschluss macht das Xperia 1 VIII damit einiges, was der Rest der Branche längst gestrichen hat.
Softwareseitig läuft ab Werk Android 16. Sony gibt gemäss offiziellem Datenblatt bis zu 5 Android-Upgrades an. Hier gibt es allerdings eine Unschärfe: einzelne Fachmedien nennen nur 4 grössere OS-Updates bei 6 Jahren Security-Patches. Diesen Punkt kläre ich direkt bei Sony Schweiz ab, da die Update-Politik gerade beim hohen Preis ein wichtiges Kaufargument ist.
Kamera
Hier spielt die eigentliche Geschichte des Xperia 1 VIII. Alle drei Rückkameras lösen neu mit 48 MP auf und setzen auf Zeiss-Optik mit T-Vergütung. Die Hauptkamera nutzt einen 1/1.35″ grossen Sensor bei f/1.9 (24mm), das Ultraweitwinkel (16mm, f/2.0) sitzt auf einem 1/1.56″ Sensor.
Der grösste Umbruch betrifft das Tele. Sony verabschiedet sich vom mechanischen Continuous-Zoom, der von der Xperia 1 IV bis zum 1 VII die Brennweite physisch zwischen 85 und 170 mm verschieben konnte. Beim VIII gibt es stattdessen ein fixes 70mm-Tele mit 2.9x optischem Zoom, dafür aber auf einem rund viermal grösseren 1/1.56″-Sensor. Die Brennweite von 140mm wird nur noch per 2x In-Sensor-Crop erreicht. Das ist eine bewusste Abwägung: mehr Bildqualität und Lichtstärke bei der nativen Brennweite gegen weniger Zoom-Flexibilität. Für mich als jemanden, der den variablen Zoom des VI durchaus geschätzt hat, ist das der spannendste Punkt im ganzen Test.
Neu ist ausserdem der AI Camera Assistant, den Sony unter dem Label «Xperia Intelligence» einführt. Er schlägt situativ Farbtöne, Objektive und Bokeh-Effekte vor. Ausgerechnet dieses Feature hat vor dem Launch für Kritik gesorgt, da die Xperia-Reihe traditionell eher für zurückhaltende, farbtreue Aufnahmen und manuelle Kontrolle steht als für rechnerische Nachbearbeitung. Fairerweise muss man sagen: Der Assistent ist optional und lässt sich abschalten. Erhalten bleiben die manuellen Foto- und Video-Modi in einer vereinheitlichten Kamera-App sowie der native Sony Alpha Support.
Xperia 1 VIII mit Xperia Intelligence links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia Intelligence links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
10x Zoom Vergleich – Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Xperia 1 VIII mit Xperia links | S26 Ultra rechts
Audio
Audio war schon immer eine Paradedisziplin der Xperia-Reihe, und das VIII macht hier keine Ausnahme. Sony verbaut neu entwickelte, identische Lautsprechereinheiten für links und rechts, die für tieferen Bass, ausgedehntere Höhen und eine breitere Bühne sorgen sollen. Die beiden Full-Stage-Stereo-Lautsprecher an der Front sind ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das kaum ein Konkurrent noch bietet.
Der grösste Pluspunkt bleibt für mich aber der 3.5mm-Klinkenanschluss. In Kombination mit Hi-Res Audio und der viel beschworenen «WALKMAN-DNA» ist das Xperia 1 VIII eines der wenigen verbliebenen Flagships, das kabelgebundene Kopfhörer ohne Adapter direkt und in hoher Qualität ansteuert. Kabellos werden über Bluetooth 6.0 alle relevanten Codecs unterstützt, inklusive aptX Lossless, aptX Adaptive und LE Audio.
Akku und Ladeleistung
Der Akku fasst wie schon beim Vorgänger 5000 mAh. Der Fortschritt kommt hier nicht von mehr Kapazität, sondern von der Effizienz des neuen Chips.
Und dann ist da das leidige Thema Ladegeschwindigkeit. Sony bleibt beim vierten Modell in Folge bei 30W kabelgebunden (PD3.0/PPS), dazu kommen 15W kabellos und Reverse Wireless Charging. Offiziell sollen 50 % in 30 Minuten erreicht werden. Angesichts der Konkurrenz, die in dieser Preisklasse längst bei 65W und mehr angekommen ist, bleibt das ein handfester Kritikpunkt. Genau das hat mich schon beim Xperia 1 VI gestört, das in meinem Test nie mehr als rund 22 Watt gezogen hat.
Ladetest: Ich lade wie gewohnt nicht mit einem Sony-Netzteil, sondern mit meinem Baseus GaN5 Pro (65W), um die reale, alltagsnahe Ladekurve zu ermitteln.
Ladestand
Zeit (noch zu messen)
0 auf 50 %
33min
0 auf 80 %
58min
0 auf 90 %
1h 11min
0 auf 100 %
1h 30min
Vor- und Nachteile
Pro:
3.5mm-Klinkenanschluss mit Hi-Res-Audio, eine Seltenheit im Jahr 2026
microSD-Slot bis 2 TB, ebenfalls fast einzigartig geblieben
Zwei vollwertige Front-Stereo-Lautsprecher ohne Punch-Hole-Kompromiss
Deutlich grösserer Tele-Sensor (1/1.56″) für bessere Bildqualität bei 70mm
Sehr gute Akkulaufzeit dank effizientem Snapdragon 8 Elite Gen 5
Dedizierter, zweistufiger Kamera-Auslöser
Robuste Ausstattung mit IP65/IP68 und Gorilla Glass Victus 2
Contra:
Ladegeschwindigkeit weiterhin nur 30W, im Jahr 2026 nicht mehr zeitgemäss
Sehr hoher Preis (1499Fr. UVP), teurer als S26 Ultra, Pixel 11 Pro XL und iPhone 17 Pro Max
Verlust des flexiblen Continuous-Zooms zugunsten eines fixen 70mm-Teles
Nur FHD+ statt höherer Auflösung
Dual sim nur mit nanoSIM + eSIM (keine 2 nanoSIM’s)
kein Face Unlock
Fazit
Das Sony Xperia 1 VIII ist ein herrlich kompromissloses Nischen-Gerät. Wer Klinkenanschluss, microSD-Erweiterung und echte Front-Lautsprecher will, kommt 2026 an diesem Handy schlicht nicht vorbei, weil es diese Kombination sonst nirgends mehr gibt. Die neue Kamera mit den drei grossen 48-MP-Sensoren hat auf dem Papier klares Potenzial, und die Akkulaufzeit dürfte dank des effizienten neuen Chips erneut zu den Stärken gehören.
Meine Meinung fällt trotzdem gemischt aus, und zwar aus zwei Gründen. Erstens der Preis. Mit aktuell 1349Fr. ruft Sony deutlich mehr auf als Samsung, Google oder Apple für ihre Top-Modelle, und das bei einer im Detail teils zurückhaltenderen Ausstattung. Zweitens die Ladegeschwindigkeit. Dass ein Flagship dieser Preisklasse im vierten Jahr in Folge nur mit 30 Watt lädt, ist für mich schwer nachvollziehbar. Genau wie beim Xperia 1 VI gilt daher: Wer mit der langsamen Ladeleistung leben kann und die einzigartigen Sony-Tugenden bewusst sucht, bekommt ein charaktervolles und in seiner Art konkurrenzloses Gerät. Alle anderen bekommen bei der Konkurrenz für weniger Geld mehr Tempo und breitere Verfügbarkeit.
Mein Name ist Ramon Heeb und das ist mein Technikmagazin.
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Ich bin seit einigen Jahren Technik-interessiert und habe technium.ch im Jahre 2019 gegründet.
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